Kreuzallergien - Pseudoallergien

 

I. Was sind typische Beschwerden bei Vorliegen einer Kreuzallergie?

Genau wie bei den „gewöhnlichen“ Allergien, können die Beschwerden bei Kreuzallergien sehr vielfältig sein und unterschiedliche Organe betreffen. Neben Kribbeln, Juckreiz und Schwellungen im Mund- und Rachenraum kann auch hier der Magen-Darm-Trakt mit seinen typischen Beschwerden, wie Blähungen, Übelkeit und Durchfall betroffen sein.
Auch Hautreaktionen können auftreten. Rötungen und Quaddeln, wie sie von der Nesselsucht bekannt sind, können Zeichen der Nahrungsmittelallergie sein. In schweren Fällen können auch Kreislaufbeschwerden oder sogar eine lebensgefährliche allergische Reaktion ausgelöst werden.


Behandlungsmöglichkeiten

Prinzipiell ergeben sich bei dem Vorliegen einer Kreuzallergie dieselben Behandlungsmöglichkeiten wie bei der „gewöhnlichen“ Allergie.
Auch hier steht die Vermeidung der Auslöser im Vordergrund.
Betrifft die Kreuzallergie ein oder mehrere Nahrungsmittel, spielt natürlich eine sorgfältige Zusammenstellung des Speiseplans eine zentrale Rolle. Dabei können kaum allgemeingültige Empfehlungen gegeben werden, da das Auftreten und die Ausdehnung der Kreuzallergie individuell sehr unterschiedlich sein können.
Teilweise tritt die pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie nur während der Pollensaison auf, so dass im Winter die sonst „gefährlichen“ Lebensmittel verzehrt werden können.
Auch die Struktur des Allergens und deren Stabilität gegen Verarbeitungsprozesse /z.B. Hitze) können von Bedeutung sein. Einige pflanzliche Allergene sind hitzeempfindlich, so dass Äpfel, Birnen und auch anderes Kernobst nach Erhitzen, in Form von Kompott, in der Regel gut verträglich sind, während das rohe Obst allergische Beschwerden auslöst.


II. Pseudoallergien (allergieähnliche Symptome auf Lebensmittel bzw. deren Inhaltsstoffe)

Bekanntester Auslöser von Pseudoallergien ist das Histamin, bekannt als ein wichtiger Botenstoff der allergischen Reaktion bei Annahme von größeren Mengen (wenige Milligramm reichen) kann es zu teilweise lebensbedrohlichen Krankheitszuständen führen. Beispielsweise können im Zusammenhang mit dem Verzehr von Fischkonserven (Makrelen und Thunfisch) Histaminvergiftungen auftreten.
Weitere Auslöser einer Pseudoallergie sind die biogenen Amine, die beim Abbau von Eiweiß in Mensch, Pflanze und Tier und Mikroorganismen entstehen. Unter den biogenen Aminen hat das Histamin eine zentrale Stellung
Das Histamin wird natürlicherweise im menschlichen Körper gebildet und wird von einem körpereigenen Enzym des sog. Diaminoxidase abgebaut. Der Histaminspiegel im Blut wird nicht nur durch den Histamingehalt in der Nahrung beeinflusst, sondern auch durch bestimmte in Lebensmittel enthaltenen Substanzen, die zu einer Freisetzung von Histamin führen. Diese Substanzen werden „Histamin-Liberatoren“ genannt und sollten jedem Allergiker bekannt sein. Darüberhinaus können einige Medikamente zur Hemmung der Diaminoxidase führen und andere Erkrankungen wie Magen-Darm-Infekte, angeborene Enzyminfekte derartige Krankheitserscheinungen auslösen.


Vorkommen von Histamin in Lebensmitteln:

In größeren Mengen entstehen biogene Amine bei längeren Reifeprozessen z.B. länger gereifter Käse (Gruyere, Roquefort), in bestimmten Fleischwaren (roher Schinken, Rohwürste), in geräuchertem Fisch, Fischkonserven sowie Sauerkraut und Hefeprodukten.
Reich an biogenen Aminen sind auch fermentierte Produkte wie Tamarie, Marmite, Trassi und Tempe.

Lebensmittel die in unverarbeiteten Zustand hohe Gehalte an biogenen Aminen ausweisen:
Ananas, Avocado, Banane, Erdnüsse, Steinpilze, Tomaten, Walnüsse.

 

Häufige Nahrungsmittelallergien aufgrund von Kreuzreaktionen

 

Primäre Allergie

Mögliche Kreuzallergien

Baumpollen

Apfel, Haselnuss, Pfirsich, Nektarine, Kirsche, Kiwi, Karotte, Sellerie, Soja, Kartoffel

Beifusspollen

Sellerie, Mango, Gewürze, Sonnenblumensamen, Weintraube, Litschi, Karotte

Naturlatex 

Banane, Avocado, Kartoffel, Tomate, Kiwi, Ananas

 

Seltenere Nahrungsmittelallergene aufgrund von Kreuzallergien

 

Primäre Allergie

Mögliche Kreuzallergien

Gräser- und Getreidepollen 

Mehle, Kleie, Tomate, Hülsenfrüchte

Ficus Benjamini 

Feige

Vogelallergene

Ei, Geflügelfleisch, Innereien

Tierepidermis 

Kuhmilch, Fleisch, Innereien

Hausstaubmilbe

Krusten- und Weichtiere

 

Besonders häufig treten Nahrungsmittelallergien bei einer sog. „Frühblüher“ Pollenallergie (Birke, Erle, Hasel) auf.
Bei Beifußpollenallergie treten häufiger Kräuter- und Gewürzallergien auf. Chili, Paprika, Pfeffer, Tomate können unterschiedlich starke allergische Reaktionen auslösen.

Bei Vorliegen einer Sellerieallergie kann es dagegen vereinzelt zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf Vertreter der Familie der Doldenblütler (z.B. Karotte, Fenchel, Petersilie, Liebstöckel, Anis oder Kümmel) und der Lippenblütler (z.B. Minze, Basilikum, Salbei, Lavendel, Thymian, Majoran, Oregano) kommen. Passend ist daher auch die Bezeichnung dieses Krankheitsbildes: Das „Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürz-Syndrom“.
In der Gruppe der Gräser- und Getreidepollenallergiker wurden bisher Reaktionen auf Tomate, Pfefferminze sowie bestimmte Hülsenfrüchte (Sojabohne und Erdnuss) beobachtet.

 

 
   
   
   

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